Kartuschenkasten und Pulverflasche mit Rohrausguss, Kupfer mit Weißmetallauflage, wohl osmanisch
Zwei Ausrüstungsstücke: 1) Kartuschenkasten, Kupferkorpus, rechteckig mit geschweifter Unterkante, der scharnierte Deckel und die Schauseite mit aufgenagelter, geprägter Weißmetallauflage mit Rosetten, Fächermotiven und Rahmenlinien, an den Seiten zwei eiserne Tragösen, rückseitig eine aufgesetzte Weißmetallplatte mit graviertem Neunfelderquadrat, die Felder mit Strichen, Kreisen, einer Wellenlinie, einem Dreieck und weiteren Zeichen bezeichnet, das Innere ungeteilt. 10,5x15,5x3 cm (HxBxT). 2) Pulverflasche, der runde, flache Kupferkorpus rückseitig mit gravierter Rosette und Bogenfries, die Schauseite mit durchbrochener, gravierter Weißmetallauflage über Kupfergrund, an den Seiten zwei kleine Drahtösen, der lange, gerade Rohrausguss aus Messing mit Schiebering, ein Stopfen ist nicht vorhanden. D. 10 cm, H. 16,5 cm. Altersgemäßer Zustand, das Kupfer fleckig und partiell grünspanig, die Auflagen berieben, die Tragösen rostig.
Kartuschenkasten und Pulverflasche gehörten zur Ausrüstung des Vorderladerschützen und wurden am Gürtel oder am Bandelier getragen. Die flache, runde Pulverflasche mit langem Rohrausguss und durchbrochener Metallauflage ist eine im 19. Jh. im osmanischen Raum und in Nordafrika verbreitete Form; die Auflagen wurden aus dünnem Blech getrieben, graviert und auf den Korpus genagelt, sodass der rötliche Grund durch die Durchbrüche sichtbar bleibt. Das Blechgehäuse des Kastens schützte die Papierpatronen vor Feuchtigkeit.