80. Auktion


Los 13
Limit: 60 €

Steinschlosspistole, auf Perkussion aptiert, gravierte Messinggarnitur, wohl 2. Hälfte 18. Jh.

Nussbaumvollschaft mit Messinggarnitur, Steinschlosspistole, auf Perkussion aptiert. Der Lauf mit Resten einer Goldtauschierung, mit kantigem Ansatz, über einen Absatzring in den runden Teil übergehend, darunter der hölzerne Ladestock im Messing-Ladestockröhrchen. Die Schlossplatte mit spitz auslaufendem Schwanz und graviertem Bandwerk; vorn auf der Platte die belassene Batteriefeder und die Bohrung der Batterieschraube des ursprünglichen Steinschlosses. An der Stelle der Pfanne der in den Lauf geschraubte Zündkegelträger mit Zündkegel, darauf schlägt der Perkussionshahn. Gegenüber zwei viereckige Messingrosetten für die Schlossschrauben. Abzugsbügel und Kolbenkappe aus Messing, die Kappe mit graviertem Rankendekor. Altersgemäßer Zustand, Mechanik funktionsfähig, der Perkussionshahn beschädigt, die Kimme abgeschliffen, der Ladestock jünger ergänzt, die Metallteile narbig und fleckig, der Griff mit alter Reparaturspur. Kaliber 13 mm, L. 27,5 cm

Die Aptierung, der Umbau eines Steinschlosses auf Perkussionszündung, war im zweiten Viertel des 19. Jh. eine verbreitete Büchsenmacherarbeit: Pfanne und Batterie wurden entfernt, ein Zündkegelträger in den Lauf gesetzt und ein neuer Hahn angebracht, während Lauf, Schaft, Schlossplatte und Garnitur der älteren Waffe erhalten blieben. Der Umbau machte die Zündung schneller und weitgehend wetterunabhängig und verlängerte die Nutzungsdauer vieler Waffen des 18. Jh. um Jahrzehnte. Aptierte Stücke zeigen die Spuren beider Zündsysteme an einer Waffe und sind für Sammler der Schlosstechnik von eigenem Interesse. Vorderladerwaffen mit Steinschloss- oder Perkussionszündung, deren Modell vor 1871 entstand, sind in Deutschland ab 18 Jahren erlaubnisfrei zu erwerben.


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