Englisches Perkussionsgewehr in Musketenform, vollgeschäftet, mit Messingbändern, um 1870
Vollgeschäftetes Gewehr in Musketenform, Kaliber 18 mm. Achtkantiger Lauf, unterhalb des Pistons unleserlich gepunzt, schlichtes Perkussionsschloss mit flachem, gravurlosem Schlossblatt, Hahn oben gewaffelt. Heller, rötlich-streifiger Vollschaft bis nahe zur Mündung, Hals scharf eingeknickt. Zwei flache Messingbänder, Messing-Abzugsbügel, schmale Messing-Kolbenplatte; in der rechten Kolbenflanke eingelassenes Messingschild eines ehemaligen Kolbenfachs, Verschluss fehlt. Kleine eiserne Riemenöse. Ladestock vorhanden. Altersgemäßer Zustand, Mechanik funktioniert, Eisenteile großflächig berieben und fleckig mit Narbenfeldern. Bitte besichtigen. L. 122 cm.
Als Muskete wird das glattläufige Vorderladergewehr der Infanterie bezeichnet, das seit dem 16. Jh. in Gebrauch war und dessen Perkussionsschloss im 19. Jh. das Steinschloss ablöste. Birmingham war im 19. Jh. das Zentrum der britischen Waffenfertigung mit 578 Firmen im Gun Quarter im Jahr 1868 und dem seit 1813 bestehenden Proof House; neben den Regierungsaufträgen lieferte das Gewerbe seit dem 18. Jh. Gewehre in großer Zahl für den Handel nach Afrika und an die East India Company. Um 1870 hatte die britische Armee die Perkussionsvorderlader bereits abgelöst: 1866 führte sie den Snider-Enfield als Hinterlader ein, 1871 folgte der Martini-Henry. Freier Vorderlader, Erwerb ab 18 Jahren.