Steinschlossgewehr Jezail, Indien, aptiert, goldfarbene Einlagen, Ostindien-Kompanie-Schloss „1816“
Eisen und Holz, Jezail, Steinschlossgewehr, Indien, auf Perkussion aptiert, Kaliber 15 mm, Schloss bezeichnet „1816“. Langer Rundlauf mit goldfarben eingelegtem Rankendekor am Ansatz und an der Mündung, Mündung mit balusterförmigem Wulst, Vollschaft mit einem gerillten messingfarbenen Laufband, eisernen Bändern und Riemenbügeln, Ladestock unter dem Lauf. Schloss mit flacher, hinten spitz auslaufender Schlossplatte, bezeichnet „1816“, vor dem Hahn graviert der aufgerichtete Löwe mit Krone der Ostindien-Kompanie, daneben Krone über „2“, Hahn mit geriffeltem Daumenstück, Piston in eingesetztem Zündstollen, messingfarbener Schaftbeschlag vor dem Schloss, eiserner Abzugsbügel, auf der Gegenseite geschweiftes messingfarbenes Gegenblech, im Holz daneben runde, punktverzierte Einlagen aus Bein. Stark gebogener, schmaler Kolben mit eingelassenen runden Metallscheiben. Mechanik funktioniert, altersgemäßer Zustand, Schaft um das Schloss repariert, Schloss eingekittet. L. 142 cm
Das Jezail ist das lange Gewehr Zentralasiens und Britisch-Indiens, im 19. Jh. vor allem der Paschtunen Afghanistans, kenntlich am stark gebogenen Kolben, der von der Schulter oder beim Reiten nahe dem Abzug gehalten wurde. Viele Jezails erhielten die Schlösser erbeuteter oder zerbrochener britischer Brown-Bess-Musketen, die nach den Napoleonischen Kriegen als Überschuss in großer Zahl in die Region kamen. Die Honourable East India Company kennzeichnete ihre Schlösser ab 1808 mit ihrem Wappentier, dem aufgerichteten Löwen mit Krone, dazu mit der Jahreszahl der Fertigung und der Krone über der Nummer des Abnahmebeamten. Mit einer Reichweite von etwa 400 Yards trug das Jezail weiter als die Brown Bess, was ihm in den Anglo-Afghanischen Kriegen seinen Ruf einbrachte. Der eingesetzte Zündstollen mit Piston zeigt den Umbau von Stein- auf Perkussionszündung.