Perkussions-Terzerol mit achtkantigem Lauf, Kastenschloss und Nussbaum-Sackgriff, Mitte 19. Jh.
Nussbaumschaft, Perkussions-Terzerol. Der achtkantige Lauf blank, am hinteren Ende der Zündkegel, darüber der geschwungene Hahn. Eisernes Kastenschloss mit mittig im Schlosskasten liegendem Hahn, die Schwanzschraubenplatte mit Messingschraube in den Griffrücken eingelassen. Eiserner Abzugsbügel. Sackgriff aus Nussbaum, glatt und ohne Kappe. Altersgemäßer Zustand, der Hahn rastet nicht ein, der Lauf fleckig und narbig, der Schaft mit Kratzern. Kaliber 11 mm, L. 19,5 cm
Als Terzerol bezeichnet man die kleine Taschenpistole des 19. Jh., die als Verteidigungswaffe auf Reisen und im Alltag getragen wurde; der Name geht auf das italienische terzuolo zurück. Terzerole mit Kastenschloss, achtkantigem Lauf und Sackgriff entstanden ab der Mitte des 19. Jh. in großen Stückzahlen in Lüttich und in Zella-Mehlis und wurden über den Zwischenhandel europaweit vertrieben; ihre schlichte Ausführung blieb über Jahrzehnte nahezu unverändert. Vorderladerwaffen mit Perkussionszündung, deren Modell vor 1871 entstand, sind in Deutschland ab 18 Jahren erlaubnisfrei zu erwerben.