Steinschlosspistole, Reise- oder Sackpistole mit beschnitztem Nussbaumschaft, um 1790/1810
Steinschlosspistole (Batterieschloss) im Format einer Reise- oder Sackpistole. Kantiger, gezogener Lauf bis zur Mündung, Kaliber 12 bis 13 mm. Schlossblech, Hahn und Batterie mit Resten feiner Rankengravur; die beiden Schlossschrauben mit Messing-Unterlegscheiben auf der Gegenseite. Vollschaft aus Nussbaum, bis zur Mündung reichend, mit Mündungskappe und Ladestockröhrchen aus Messing; der Schaft im Griffbereich mit Rankendekor beschnitzt, Kolbenkappe flach, mit Schraube, und Abzugsbügel aus Messing. Der helle Holzladestock in den Röhrchen unter dem Lauf jünger ergänzt. Altersgemäßer, überarbeiteter Zustand, Lauf und Schloss flächig narbig korrodiert, der Feuerstein fehlt, der Schaft im Griffbereich mit Rissen und Ausbesserungen, Mechanik funktioniert. L. 26 cm
Beim Steinschloss der entwickelten Form, auch Batterieschloss genannt, sind Pfannendeckel und Feuerstahl zu einem Bauteil, der Batterie, verbunden: Der einschlagende Feuerstein öffnet die Pfanne und schlägt den Funken in einem Zug. Diese Bauart war von der Mitte des 17. Jh. bis in die 1840er Jahre die beherrschende Zündung. Kleine Steinschlosspistolen mit beschnitztem Schaft und gravierten Schlossteilen wurden im 18. Jh. als Reise- und Sackpistolen zum Selbstschutz geführt. Als Vorderlader mit Steinschloss nach einem Modell vor 1871 ist die Pistole nach deutschem Waffenrecht ab 18 Jahren erlaubnisfrei zu erwerben.