Studentischer Bierkrug, Landsmannschaft Hamburgia, Glas mit Zinndeckel, um 1900
Glas mit Zinndeckel und Zinnmontur. Zylindrischer Glaskrug mit umlaufendem Olivenschliff (vertikale ovale Schliffmulden) an der Außenseite. Der plane Zinndeckel zeigt im Reliefguss einen Studenten in akademischem Gewand mit Couleurmütze und Schläger; daneben eine schwer leserliche Gravur, die mit „Im Auftrag meines C.C. erlaube ich mir …" beginnt (C.C. = Chargierten-Convent). Auf der Innenseite des Deckels der gravierte Zirkel der Landsmannschaft Hamburgia sowie die Widmungsgravur „Fr. Matthaesius". Altersgemäß guter Zustand, Glas mit Gebrauchsspuren, Zinn mit gewachsener Patina. 17 x 13 x 10 cm (HxBxT).
Der Krug ist ein Widmungsstück aus dem studentischen Korporationswesen. Die Inschrift „Im Auftrag meines C.C. erlaube ich mir …" sowie der eingravierte Zirkel auf der Deckelinnenseite weisen den Krug der Landsmannschaft Hamburgia zu. Die Hamburgia wurde am 16. Juli 1888 in Bonn als „Hamburger Tisch" gegründet und gehörte der Deutschen Landsmannschaft (D.L.) an. Ihre Farben waren Rot-Weiß-Blau, der Wahlspruch lautete „Scientia, amicitia, patria!". Ab dem Wintersemester 1900/01 führte sie den Namen „Akademische Vereinigung Hamburgia", ab 1911 die Bestimmungsmensur als freischlagende Verbindung. 1920 wurde sie in Köln neu gegründet. Der Krug wurde im Auftrag des Chargierten-Convents (C.C.) einer Dame – „Fr. Matthaesius" (Fräulein bzw. Frau Matthaesius) – überreicht. Solche Widmungskrüge wurden im 19. Jh. von Korporationsstudenten an nahestehende Damen wie Mütter, Schwestern, Bräute oder Wirtsleute verehrt. Da die Hamburgia 1888 gegründet wurde, stammt der Krug aus der Bonner Zeit der Verbindung, also aus dem Zeitraum 1888 bis 1920.