Kris Indonesien mit silbernem Heft, Schlangenparierstange, Damastklinge und Holzscheide
Stahl, Silber, Holz und Lack. Leicht geschwungene, einschneidige Damastklinge mit stark verwitterter Pamor-Musterung. Holzgriff mit silbernem Heft und wohl versilberten Beschlägen am Knauf, Parierstange in Form einer Schlange, an deren Kopf eine feine Sicherungskette befestigt ist. Holzscheide mit wohl versilberten Beschlägen an Mundstück und Ortband, der Mittelbereich in schwarzem Lack gefasst, dieser nur noch partiell erhalten. Im oberen Bereich der Scheide eine alte Lötreparatur. Die Klinge mit gleichmäßiger Alterspatina und Gebrauchsspuren, die Silber- und wohl versilberten Beschläge mit leichter Oxidation und Tragespuren. Gesamtlänge 59 cm, Klingenlänge 46 cm.
Der Kris ist eine traditionelle Stich- und Hiebwaffe des indonesischen Archipels, die seit dem 10. Jh. belegt ist. Die UNESCO proklamierte den indonesischen Kris 2005 als Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit und schrieb ihn 2008 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes ein. Das charakteristische Pamor-Muster der Klinge entsteht durch das Verschmieden verschiedener Eisenerze mit Meteoritnickel in einem aufwendigen Schmiedeprozess, der von Meisterschmieden (Empu) ausgeführt wird. Silbermontierte Exemplare weisen auf einen hohen sozialen Rang des einstigen Besitzers hin.