Jagdsäbel mit einseitig geschliffener Klinge, Hirschhorngriff und Muschelstichblatt, Lederscheide
Stahl, Messing, Hirschhorn und Leder. Einschneidige, leicht geschwungene Klinge mit einseitigem Schliff. Hirschhorngriff mit natürlicher Oberfläche, montiert auf einem D-förmigen Messingbügel mit muschelförmigem Knauf und eichelförmigem Abschluss. Lederscheide mit Messingbeschlägen an Mundstück und Ortband sowie einem Tragering. Die Klinge mit deutlichen Gebrauchsspuren und flächiger Korrosion, der Hirschhorngriff mit natürlicher Alterspatina, die Scheide mit Tragespuren und Alterungsspuren am Leder. Gesamtlänge 71 cm, Klingenlänge 56 cm.
Der Jagdsäbel war eine in der höfischen und bürgerlichen Jagd des 18. und 19. Jh. verbreitete Blankwaffe. Im Unterschied zum Hirschfänger, der als kurze Stichwaffe zum Abfangen des gestellten Wildes diente, war der Jagdsäbel mit seiner geschwungenen Klinge als Hiebwaffe zum Durchtrennen der Sehnen des Wildes konzipiert. Der Hirschhorngriff aus natürlichem Geweih ist ein typisches Gestaltungsmerkmal jagdlicher Blankwaffen, das sowohl funktionale Griffsicherheit als auch jagdlichen Bezug vermittelt. Die Muschelform am Knauf ist ein gestalterisches Element, das in der Blankwaffenproduktion des 18. Jh. verbreitet war.